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Neue Urteile bei regelmäßiger Arbeitsstätte können Steuervorteile bringen

 

Was ist eine "regelmäßige Arbeitsstätte"?

Eine "regelmäßige Arbeitsstätte" sollte eine hinreichend zentrale Bedeutung gegenüber anderen Tätigkeitsorten zukommen, so die Kernaussage dreier BFH-Urteile. Ansonsten müsse davon ausgegangen werden, dass sie gar nicht existiert.

 

Für Arbeitnehmer gilt demnach: wurden bisher für zwei Arbeitsstätten Fahrten von der Wohnung zur Arbeitsstätte abgerechnet, so darf dies nur noch für eine Strecke abgerechnet werden, denn es kann nur eine "regelmäßige Arbeitsstätte" geben. Die Fahrten zur zweiten Arbeitsstätte können jetzt womöglich als Reistekosten geltend gemacht werden und in der Steuer abgesetzt werden.

Auch für Lohn- und Gehaltsbüros ist die neue Rechtsprechung von Bedeutung: Wird ein geldwerter Vorteil bei Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit dem Firmenwagen ermittelt, so sollten folgende Konstellationen jetzt genau überprüft werden:
- Ein Außendienstmitarbeiter bricht in der Regel von zu Hause aus auf, um seine Kunden zu besuchen und kommt nur einmal pro Woche in die Firma
- Eine Mitarbeiterin mit Firmenwagen, die im "home office" arbeitet und das Unternehmen nur unregelmäßig aufsucht
- Mitarbeiter, die von den Arbeitgebern in verschiedenen Filialen eingesetzt werden
Denn bisher wurde in diesen Fällen unterstellt, dass bei der Ermittlung des geldwerten Vorteils für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte pauschal 0,03 % des Firmenwagen-Bruttopreises anzusetzen sind, unabhängig wie häufig der Arbeitnehmer den Firmensitzes aufgesucht hat.

 

siehe auch "Die Mandanteninformation Ausgabe 5 2011"

 

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