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Hotelübernachtung und Frühstück

09.03.2010

Seit diesem Jahr gilt der ermäßigte Steuersatz von 7 % für ausgeführte Beherbergungsleistungen. Die kurzfristige Absenkung des Steuersatzes führte zu erheblichen Anpassungsschwierigkeiten. An dieser Stelle einmal die umsatzsteuerlichen Auswirkungen dieser Absenkung.

Dem ermäßigten Steuersatz unterliegen nur die Umsätze, die der kurzfristigen Beherbergung von Personen dienen. Was nach Auffassung des BMF darunter zu verstehen ist und welche weiteren umsatzsteuerlichen Konsequenzen zu beachten sind können Sie in diesem Beitrag nachlesen.

Ermäßigter Steuersatz für Beherbergungsleistungen - umsatzsteuerliche Konsequenzen (BMF)

Für nach dem 31.12.2009 ausgeführte Beherbergungsleistungen gilt der ermäßigte Steuersatz von 7 %. Obwohl die kurzfristige Absenkung des Steuersatzes zu erheblichen Anpassungsschwierigkeiten führte, hat die Finanzverwaltung erst Anfang März durch ein einheitliches BMF-Schreiben Stellung genommen.

Dem ermäßigten Steuersatz unterliegen nur die Umsätze, die der kurzfristigen Beherbergung von Personen dienen. Dabei kommt es nicht darauf an, dass der Unternehmer ein klassisches Hotelgewerbe betreibt.

Auch die kurzfristige Überlassung in Pensionen, Fremdenzimmern, Ferienwohnungen unterliegt dem ermäßigten Steuersatz. Ebenso können andere auf kurzfristige Beherbergung ausgerichtete Leistungen, wie z. B. die Aufnahme von Begleitpersonen in Krankenhäusern, dem ermäßigten Steuersatz unterliegen.

Allerdings gilt der ermäßigte Steuersatz nur für Leistungen, die der Beherbergung dienen. In dem BMF-Schreiben werden exemplarisch die Beherbergungsleistungen und die nicht der Beherbergung dienenden Leistungen sowie die als Nebenleistungen zur Beherbergung zwingend abzugrenzenden Leistungen (sog. Aufteilungsgebot) aufgeführt:

Beherbergungsleistungen sind:

  • Überlassung möblierter und mit Einrichtungsgegenständen ausgestatteter Räume
  • Stromanschluss
  • Überlassung von Wäsche und Bademänteln
  • Reinigung der gemieteten Räume
  • Bereitstellung von Körperpflegemitteln, Schuhputz- und Nähzeug
  • Weckdienst
  • Bereitstellung von Schuhputzautomaten
  • Mitunterbringung von Tieren in den begünstigten Räumen
  • Keine Beherbergungsleistungen sind:

  • Überlassung von Tagungsräumen
  • Überlassung von Räumen für berufliche oder gewerbliche Zwecke
  • Gesondert vereinbarte Überlassung von Fahrzeug-Abstellplätzen
  • Überlassung nicht ortsfester Wohnmobile, Hausboote o. ä.
  • Beförderung in Schlafwagen der Eisenbahnen
  • Überlassung von Kabinen auf der Beförderung dienenden Schiffe
  • Bereitstellung von Schuhputzautomaten
  • Vermittlung von Beherbergungsleistungen
  • Umsätze von Tierpensionen
  • Selbstnutzung von Ferienwohnungen
  • Separat zu beurteilen (Aufteilungsgebot):

  • Verpflegungsleistungen, Mini-Bar
  • Kommunikation, Bezahlfernsehen
  • Wellnessangebote (ohne Sauna, Pool)
  • Fahrberechtigungen im Nahverkehr
  • Eintrittskarten für Veranstaltungen
  • Gepäcktransport außerhalb des Beherbergungsbetriebs
  • Überlassung von Sportgeräten und -anlagen
  • Ausflüge und Transporte außerhalb des Beherbergungsbetriebs
  • Reinigung und Bügeln von Kleidung, Schuhputzservice
  • Wichtig:

    Separat zu beurteilende Leistungen können aber steuerfrei sein (z. B. Eintrittsberechtigungen bei Veranstaltungen) oder ebenfalls dem ermäßigten Steuersatz unterliegen (z. B. Fahrberechtigungen im Nahverkehr).

    Dem ermäßigten Steuersatz unterliegen auch die Umsätze aus der kurzfristigen Vermietung von Campingflächen. Dazu gehört auch die kurzfristige Überlassung von ortsfesten Wohnmobilen, Wohncaravans und Wohnanhängern. Unschädlich ist es, dass auch Zugfahrzeuge auf den vermieteten Flächen abgestellt werden.

    Hinweis:

    Nicht der Steuerermäßigung unterliegen nach § 25 UStG ausgeführte Reiseleistungen. Dies gilt auch dann, wenn die Reiseleistung nur aus einer Übernachtungsleistung besteht.

    Die Leistungen müssen auch entsprechend in einer Rechnung ausgewiesen sein. Dies ist allerdings nur dann der Fall, wenn der leistende Unternehmer zur Ausstellung einer Rechnung verpflichtet ist. Wird die Leistung nicht an einen Unternehmer für dessen Unternehmen oder an eine juristische Person ausgeführt wird, besteht keine Verpflichtung zur Ausstellung einer Rechnung.

    Wird eine Rechnung ausgestellt, muss in dieser das Entgelt entsprechend der den einzelnen Steuersätzen unterliegenden Anteile aufgeteilt werden. Dabei können die dem ermäßigten Steuersatz und die dem Regelsteuersatz unterliegenden Leistungen jeweils zusammengefasst werden.

    Ein besonderes Problem ergibt sich, wenn für die den unterschiedlichen Steuersätzen unterliegenden Leistungsteile ein Pauschalpreis vereinbart wird. Insbesondere die Abgrenzung bei den Frühstückskosten ist ein Problem in der Praxis.

    Wird für eine Übernachtung ein Pauschalpreis inklusive Frühstück vereinbart, muss für die Frühstücksleistung – die dem Regelsteuersatz unterliegt – ein entsprechender Anteil herausgerechnet werden. Nach dem BMF-Schreiben ist in diesem Fall der Entgeltsteil zu schätzen. Der Schätzungsmaßstab kann hier der kalkulatorische Kostenteil zzgl. eines angemessenen Gewinnaufschlags sein.

    Wichtig:

    Das BMF beanstandet es aus Vereinfachungsgründen nicht, wenn die nicht begünstigten Leistungen bei einem Pauschalangebot zu einem „Business-Package“ bzw. zu einer „Servicepauschale“ zusammengefasst werden (Frühstück, Kommunikation, Reinigung und Bügeln von Kleidung, Transport von Personen und Gepäck, Überlassung von Fitnessgeräten, Parkplatzgebühren). Für diese Leistungen kann ein Entgeltsanteil von 20 % des Pauschalpreises angesetzt werden. Soweit aber gesonderte Entgelte vereinbart werden, gilt diese Vereinfachungsregelung nicht.

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